Bericht von der Gedenkveranstaltung am 8. Mai 2026
von Bernhard Damm / Werner Nienhüser
Wer an diesem Ort nicht aller Opfer gedenkt, behindert ein friedliches Gedenken!
Bei einer kurzen Gedenkfeier aus Anlass des Endes des 2. Weltkrieges versammelten sich auch in diesem Jahr etwa fünfzig Menschen am Denkmal in Lippramsdorf. Organisiert wurde die Feier von der Arbeitsgruppe Denk.Mal des Forums für Demokratie, Respekt und Vielfalt (siehe auch die Einladung zur Veranstaltung).
Die Halterner Zeitung vom 11.5.26 berichtete:
„Für das Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt erinnerte Prof. Werner Nienhüser daran, dass das Kriegsende 1945 „den Weg in die Demokratie möglich gemacht“ habe. Zugleich kritisierte er die Symbolik des Denkmals: Es verherrliche „in positiver Weise den Angriffskrieg“.
Bernhard Damm von der Arbeitsgruppe Denk.Mal weitete den Blick auf die Opfer. „Es gibt nur die Pflicht der späten Erinnerung“, zitierte er und fragte: „Welches Bild wird hier erzeugt?“ Das Denkmal aus NS-Zeit transportiere noch immer ein Heldengedenken, das der heutigen Erinnerungskultur widerspreche. Vorschläge zur Umgestaltung liegen seit Jahren vor – umgesetzt wurde keiner.“
Bernhard Damm zitierte aus Hape Kerkelings Rede in Buchenwald: „Wer die Erinnerung an die Opfer als Belastung empfindet, vergisst, dass diese Erinnerung das einzige ist, was uns vor einer Zukunft als Täter schützt.“ Es sei notwendig, vom Bild eines „opferbereiten heldenhaften Angriffs“ zu einem Bild zu kommen, das alle Opfer zeigt. (Die gesamte Rede von Bernhard Damm finden Sie hier.)
Umgestaltung des Denkmals nötig
Eine anderes Bild bedeutet eine Umgestaltung des Denkmals. Eine Umgestaltung, die uns als Gesellschaft erinnert an unsere Verpflichtung zur Verteidigung der Menschwürde und der Freiheiten, die uns die liberale Demokratie gebracht hat.
Wie könnte eine solche Umgestaltung aussehen? Vielleicht, so sagte Bernhard Damm, könnte man eine „Opfergruppe“ zu den Soldaten stellen. Oder die Soldaten vom Podest heben und daneben stellen. 1Die Arbeitsgruppe Denk.Mal hat sich auch künstlerisch beraten lassen und eine ganze Reihe weiterer Vorschläge erarbeitet. Solche Vorschläge sollten intensiv und unter Beteiligung vieler Menschen diskutiert werden.
Begleitet wurde die Veranstaltung durch einen musikalischen Beitrag von Merle Vokkert und David Schütz. Norbert Schulz las eine aktualisierte Version des Gedichtes von Günter Eich („Wacht Auf!“) Abschließend sprach Pfarrerin Merle Vokkert stellvertretend für die Kirchen:
„Pfarrerin Merle Vockert mahnte, Erinnerung dürfe nicht zur Routine werden. „Frieden ist nicht selbstverständlich. Nicht mehr“, sagte sie und warnte vor politischer Instrumentalisierung der Geschichte.“ (Halterner Zeitung vom 11.5.2026)
Postkarte zur Erinnerung
Verteilt wurde an die Besucher eine Postkarte mit einer Erläuterung der Geschichte des Denkmals.
Mehr Fotos von der Gedenkfeier
Weitere Informationen
- Rede von Bernhard Damm
- Postkarte zum Download
- Einladung zur Veranstaltung
- Fotos von der Gedenkfeier finden Sie oben 2Danke an Thomas Rath für die schönen Fotos!
- 1Die Arbeitsgruppe Denk.Mal hat sich auch künstlerisch beraten lassen und eine ganze Reihe weiterer Vorschläge erarbeitet. Solche Vorschläge sollten intensiv und unter Beteiligung vieler Menschen diskutiert werden.
- 2Danke an Thomas Rath für die schönen Fotos!